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Sehr geehrte(r) Frau/Herr ,

während hierzulande schon viele Gedanken und Aktivitäten auf das Weihnachtsfest und die Feiertage gerichtet sind, wollen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, noch einmal auf den neusten Stand verkehrspolitischer Entwicklungen bringen. Weihnachtliche Aspekte wie Besinnlichkeit und Hoffnung sind aber auch in unserem Newsletter mit dabei, so macht z. B. die Geschichte der
15-jährigen Greta aus Schweden all denjenigen Mut, die daran glauben, dass ein mutiges und konsequentes Engagement Wirkung entfalten kann – immerhin hat Greta es bis auf die UN-Klimakonferenz in Katowice geschafft und ihre Worte haben viele bewegt. Beharrlichkeit und Überzeugungskraft sind auch vonnöten, um in Deutschland die überfällige Verkehrswende zu erreichen – gegen alle Widerstände. Wir wollen mit unserem Newsletter Mut machen und wünschen Ihnen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Jahreswechsel. Auch 2019 werden alle Engagierten gebraucht, den Wandel zu einer menschengerechten Verkehrspolitik voran zu bringen.

Viel Spaß beim Lesen


Klima

„Die Erwachsenen haben versagt“

„Wir Kinder tun oft nicht das, was ihr uns sagt. Wir tun das, was ihr tut. Und weil ihr Erwachsenen auf meine Zukunft scheißt, tue ich das auch. Mein Name ist Greta, und ich bin in der neunten Klasse. Und ich bestreike die Schule für das Klima bis zum Tag der Wahl.“ Mit diesen Worten, geschrieben auf einen Flyer, den sie vor dem schwedischen Parlament in Stockholm verteilte, begann die 15-jährige Greta Thunberg Mitte August ihren Schulstreik zur Rettung des Klimas. Mit ihrem Protest, der mittlerweile weltweit Wellen schlägt, gelangte sie bis vor die UN-Klimakonferenz Anfang Dezember in Katowice, Polen, wo sie vor den versammelten UN-Funktionären eine Rede hielt, die wach rüttelt. Auch wenn der Ton recht leise ist - dies ist eine Rede, die jeder hören sollte.
Einen ausführlichen Bericht über Greta Thunbergs Protest hat Spiegel online veröffentlicht.

Quelle: wikipedia / Marc Femenia

Auszeichnung

Max Raabe ist Fahrradfreundlichste Persönlichkeit 2019

Der Chansonsänger Max Raabe, Mitbegründer und Leiter des Berliner Palast Orchesters, erhält die Auszeichnung „Fahrradfreundlichste Persönlichkeit 2019“. 2017 veröffentlichte er das Lied „Fahrrad fahr’n“, das einer Ode an das Zweirad gleichkommt. Zeilen wie „Manchmal läuft im Leben alles glatt – Vorausgesetzt, dass man ein Fahrrad hat“ beschreiben eindrücklich, dass Radfahren für den Wahl-Berliner Teil eines Lebensgefühls ist. Nach eigener Aussage ist das Fahrrad für den international erfolgreichen Musiker ständiger Begleiter und Inspiration für seine künstlerische Arbeit.
Der 55-jährige Max Raabe auf die Frage, was er im Besonderen mit dem Radfahren verbindet: „Das Gefühl, für mich zu sein. Nach langer Zeit im Studio ist es schön, rauszufahren und die Arbeit mit jedem Meter hinter mir lassen zu können. Mit dem Fahrrad ist man tatsächlich viel freier als mit dem Auto.“ Raabe nimmt den Preis am 13. Mai 2019 auf dem Nationalen Radverkehrskongress in Dresden persönlich entgegen.

Quelle: Marcus Höhn

Gemessen

Tagesspiegel Radmesser: Radfahrer in Berlin werden zu eng überholt

16.700 Überholvorgänge wurden gemessen und zeigen: Bei mehr als der Hälfte (9.402 Mal) war der Abstand des Autos zum Radfahrenden geringer als die vorgeschriebenen 1,50 m Mindestabstand. Zu diesem Ergebnis gelangt die Datenauswertung des Crossmedia-Projekts Tagesspiegel Radmesser, die den Überholabstand zwischen Autos und Radfahrenden auf Berlins Straßen gemessen hat. 3.019 Mal wurde demnach sogar mit weniger als einem Meter und in 192 Fällen mit weniger als 50 Zentimetern Abstand überholt. Besonders eng für Fahrradfahrende wird es zur Hauptverkehrszeit zwischen 9 und 10 Uhr morgens. Für den Überholabstand machen Merkmale wie Geschlecht, Alter oder das Vorhandensein einer Warnweste laut Datenauswertung keinen Unterschied. Kein Wunder also, dass viele BerlinerInnen (77 % von rund 5.000 Befragten) den Umgang zwischen Rad- und Autofahrenden in der Hauptstadt als aggressiv bis sehr aggressiv wahrnehmen. 68,8 Prozent sind zudem mit der Arbeit der Landesregierung in Bezug auf die aktuelle Verkehrssituation sehr unzufrieden. Sie fordern von der Politik, dass sie sich stärker zu einem fahrradfreundlichen Berlin bekennt. Mehr zum Tagesspiegel Radmesser.

Quelle: Verlag Der Tagesspiegel GmbH

Bike & Ride

Mehr Radstellplätze an deutschen Bahnhöfen

Mit der Mitte November gestarteten Bike+Ride-Offensive, einer Kooperation von Bundesumweltministerium und der Deutschen Bahn, soll der Auf- und Ausbau von Radabstellanlagen an Bahnhöfen für Kommunen erleichtert werden. Diese können damit auf DB-Flächen Fahrradabstellanlagen einrichten und dafür eine anteilige Finanzierung erhalten. Bis Ende 2022 sollen 100.000 zusätzliche Bike+Ride-Plätze deutschlandweit errichtet werden. Die Deutsche Bahn unterstützt die Standortsuche im Bahnhofsumfeld und hilft, die Anlagen zu planen und zu montieren. Diese Initiative wird von den Radverbänden mit gemischten Gefühlen betrachtet. Einerseits sei es natürlich gut, dass mehr Radstellplätze an Bahnhöfen entstehen sollen. „Es ist allerdings bedauerlich, dass die Deutsche Bahn nicht selbst erkennt, dass ein besserer Service für Radler dem Unternehmen zusätzliche Kunden bringt, sondern dass sie sich hier nur bewegt, wenn Steuergelder eingesetzt werden“, sagt Albert Herresthal, Geschäftsführer des Verbund Service und Fahrrad (VSF e. V.). Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) weist darauf hin, dass das Engagement nicht ausreichend sei: „Die angestrebten 100.000 Fahrradabstellplätze sind höchstens zwei Tropfen auf den heißen Stein“, so Burkhard Storck, Geschäftsführer des ADFC Bundesverbands. „In Deutschland fehlen Millionen von Fahrradparkplätzen an Bahnhöfen.“

Quelle: BMU / Florian Gärtner

NRVP-Projekt

MIV kostet Kommunen mehr als ÖPNV, Rad- und Fußverkehr

Im Rahmen des Forschungsprojektes "NRVP 2020 - Welche Kosten verursachen verschiedene Verkehrsmittel wirklich?" wurden bereits im Frühjahr erste Ergebnisse veröffentlicht, die zweifelsfrei zeigen, dass der Autoverkehr die Kommunen das Dreifache des ÖPNV kostet, während der Rad- und Fußverkehr einen Gewinn bringt, da er wenig Infrastrukturinvestitionen voraussetzt, keine Emissionen und Lärm verursacht, mit wenig Unfallrisiken einhergeht und erheblich zur Gesundheitsprävention und damit zur Vermeidung von Krankheitskosten beiträgt. Nun wurden zwei Tools veröffentlicht, die es allen Städten und Kommunen ermöglichen, die Höhe der Aufwendungen und Erträge, die ihnen tatsächlich aufgrund des städtischen Verkehrs (Fuß-, Rad-, Kfz-Verkehr und ÖPNV) entstehen, transparent zu machen. "Ich erhoffe mir aufgrund unserer Arbeit eine transparentere Verkehrs- und Infrastrukturplanung", sagt der Kasseler Verkehrswissenschaftler Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer, der für das Projekt verantwortlich ist. "Wir geben den Entscheidern in der Politik das Instrument an die Hand, sich faktenbasiert für oder gegen ein Projekt zu entscheiden. Wir betrachten dabei nicht ein Verkehrsprojekt isoliert, sondern das Gesamtsystem und die Effekte einer Einzelentscheidung auf das Ganze. Damit wollen wir die Diskussion versachlichen.“ Mehr zum Projekt gibt es hier, die Leitfäden und die IT-gestützten Tools werden allen interessierten Anwendern kostenlos zur Verfügung gestellt.

Quelle: Universität Kassel, FB Verkehrsplanung

Erneuerbare Energien

Sonnen-Radwege nun auch für Deutschland

Kürzlich wurde in Erftstadt bei Köln der erste, bisher 90 m lange und 2,5 m breite Solar-Radweg Deutschlands eröffnet. Der durch die robusten, Bierdeckel-großen Photovoltaik-Module erzeugte Strom wird den Radweg beleuchten und eisfrei halten, die Monitoring-Station betreiben und weitere kommunale Liegenschaften versorgen. Jeder Quadratmeter liefert dabei voraussichtlich 80 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Die Erwartungen an die Jahresstromleistung der 200 Quadratmeter Radweg schwanken zwischen 12 und 16 Megawattstunden. Gefördert wurde dieses Modellprojekt vom Bundesumweltministerium. Svenja Schulze, Bundesumweltministerin, sagte bei der offiziellen Eröffnung: "Der Trend zum Radfahren ist ungebrochen. Mit dem Solarradweg setzen wir auf eine innovative Technologie, die zugleich Strom erzeugen und im Winter das Eis abtauen kann, um ein sicheres Radfahren zu ermöglichen. Mit solchen Angeboten wollen wir erreichen, dass das Rad zunehmend eine attraktive und gesunde Alternative zum Auto wird." Einen ausführlichen und lesenswerten Bericht zum Solarradweg in Erftstadt hat das Süddeutsche Zeitung Magazin veröffentlicht.

Quelle: BMU / Jürgen Schwarz

Buchtipp

Aktuell wie nie: Wie eine Klimakatastrophe zur Erfindung des Laufrades führte

Hans-Erhard Lessing, Physiker, Technikhistoriker und Buchautor, kennt die Geschichte der Erfindung des Laufrades und das Leben des Erfinders Karl Drais wie kein Zweiter. Sein Anfang des Jahres erschienenes Buch „Wie Karl Drais das Fahrrad erfand – Kleine Geschichte der Laufmaschine“ fasst dieses Wissen anschaulich und spannend erzählt auf rund 180 Seiten zusammen, inklusive transkribierter Originaltexte und jeder Menge zeitgenössischer, teilweise farbiger Kupferstiche und Skizzen. Empfehlenswerte Lektüre und für manchen Fahrradfreund sicher ein Highlight unter dem Weihnachtsbaum.
Wie Karl Drais das Fahrrad erfand - Kleine Geschichte der Laufmaschine, Hans-Erhard Lessing, Hardcover, 184 Seiten, Lauinger Verlag 2018.

Quelle: Lauinger Verlag
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