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Sehr geehrte(r) Frau/Herr ,

unser Verhalten als Menschen ist immer abhängig von äußeren Bedingungen. Um von A nach B zu gelangen, wählen wir in der Regel Verkehrsmittel, die uns schnell, komfortabel, sicher und günstig ans Ziel bringen. Rechtliche und finanzielle Regelungen spielen hierbei keine unerhebliche Rolle. So ist es nur folgerichtig, dass die Straßenverkehrsordnung nun fahrradfreundlicher gestaltet werden soll – eine langjährige Forderung der Fahrrad- und Umweltlobby. Ein Spaziergang wird das allerdings nicht, wollen doch viele Interessenvertreter und politische Ebenen dabei mitreden. Doch das Thema steht nun ganz oben auf der Tagesordnung – und die ersten Vorschläge aus der Politik weisen in die richtige Richtung. Für unser Land ist die Verkehrswende dringender denn je. Verbesserte Rahmenbedingungen für die aktive Mobilität wären dafür ein wichtiger Baustein. Wir dürfen gespannt sein, wie mutig die Entscheidungen am Ende ausfallen. Der VSF wird seinen Beitrag dazu leisten.

Viel Freude beim Lesen unseres Newsletters wünscht


Vorschlag von Verkehrsminister Scheuer:

Fahrradfreundliche StVO

Eine Überarbeitung war schon lange überfällig - 2018 schaffte es die fahrradfreundliche StVO dann in den Koalitionsvertrag, im April 2019 präsentierte der ADFC seine Vorstellungen zum Thema und jetzt liegen erste konkrete Vorschläge aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) dazu vor. Verkehrsminister Scheuer will u.a. die Bußgelder für Falschparker auf Radwegen erhöhen und ein Halteverbot auf Schutzstreifen einführen. Mindestabstände beim Überholen von Radfahrern durch Kraftfahrzeuge sollen in der StVO festgeschrieben werden und Radfahrende sollen von der Grünpfeil-Regelung an Ampelkreuzungen profitieren. Weiterhin plant das BMVI, die Rahmenbedingungen für Cargo-Bikes zu verbessern. Die Vorschläge des BMVI treffen bei den Verbänden der Fahrradbranche auf ein verhalten positives Echo. „Vieles geht in die richtige Richtung“ sagt Albert Herresthal, Geschäftsführer des VSF e.V., „aber wir sehen noch Konkretisierungs- und Verbesserungsbedarf. Die von Minister Scheuer vorgeschlagene Geschwindigkeit von bis zu 11km/h für rechtsabbiegende LKW halten wir beispielsweise für zu hoch, um die Gefahr von Abbiegeunfällen wirkungsvoll zu minimieren.” Auch die tatsächliche Höhe der Bußgelder bleibt abzuwarten.

Quelle: StVO

Knolle statt Knöllchen

Scheuer geht auf Forderungen der Fahrradverbände ein

Vertreter*innen von VCD, Initiative Clevere Städte und VSF haben stellvertretend für zwölf unterzeichnende Verbände ein Forderungspapier sowie 30.000 Unterschriften an Bundesverkehrsminister Scheuer übergeben, in dem sie eine deutliche Anhebung des Bußgeldes sowie einen Punkt in Flensburg für das Falschparken fordern. “Illegales Parken auf Gehwegen, auf Radwegen und in zweiter Reihe behindert oder gefährdet andere Verkehrsteilnehmer*innen und erschwert den Umstieg auf die klimaschonenden Verkehrsmittel“ so die Initiative “Knolle gegen Knöllchen”. In einem Spiegel-Interview gab der Verkehrsminister nun sein Entgegenkommen bekannt. Wer sein Fahrzeug auf einem Radstreifen abstellt, der mit einer gestrichelten oder durchgezogenen Linie von der Fahrbahn von der Fahrbahn getrennt ist, soll - so Scheuer - in Zukunft bis zu 100 Euro statt der bisherigen Maximalhöhe von 35 Euro zahlen. Die konkrete Staffelung der Bußgeldhöhe ließ er dabei offen.

Foto: Jörg Farys
Quelle: Jörg Farys

Internationale Konferenz:

VeloCity 2019 lockte 1.300 Teilnehmer*innen nach Dublin

Unter dem Motto „Cycling for the Ages“ fand vom 25.-28. Juni die diesjährige VeloCity Konferenz des Europäischen Radfahrerverbandes ECF in der irischen Hauptstadt statt. Insgesamt 1.300 Menschen aus aller Welt nahmen dort an 80 Einzelveranstaltungen teil. Das enorme Interesse zeigte, dass Radfahren weltweit ein großes Thema ist. Das Programm bestand aus Vorträgen, Diskussionen und Workshops und wurde ergänzt durch eine Ausstellung, eine „Bike Parade“ sowie eine große Party im legendären „Guinness Storehouse“. Die Konferenz gab den Teilnehmenden einen guten Überblick, mit welchen Strategien und konkreten Maßnahmen der Radverkehr in den verschiedenen Städten der Welt gefördert wird und welche spezifischen Probleme dabei jeweils zu überwinden sind. Dazu gab es jede Menge Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch. Einige der gezeigten Präsentationen sind bereits online. Aus Deutschland nahmen an der Konferenz u.a. Vertreter des Bundesverkehrsministeriums (BMVI), der Verkehrsministerien in NRW und Bayern, des ADFC, des VSF, der Firmen Nextbike und Jobrad und einige Journalisten*innen teil. Die nächste VeloCity Konferenz findet vom 2.-5. Juni 2020 in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana statt.

Quelle: Velo-City

E-Scooter

Aufschlussreiche Nutzerdaten

Das Thema Mikromobilität erfreut sich großer, medialer Aufmerksamkeit. Dabei wird viel über die weitere Entwicklung spekuliert – Fakten gab es bisher wenige. Die Frage, ob E-Scooter tatsächlich einen Beitrag zur Mobilitätswende leisten, ist ebenso umstritten wie die ökologische Produktbewertung. Es ist bekannt, dass viele Produkte eine extrem kurze Haltbarkeit haben und kaum reparaturfähig sind. Nur wenn E-Scooter Kfz-Fahrten ersetzen helfen, wäre ein positiver Effekt gegeben. Wenn sie anstelle von Fußwegen oder Radstrecken genutzt werden, dann wäre ökologisch nichts gewonnen. Jetzt wurden erste Nutzerdaten bekannt, erhoben an Hotspots in Frankreich und Spanien, an denen es erfolgreiche Verleihsysteme mit E-Scootern gibt. Hier wurde übereinstimmend festgestellt, dass zwei Drittel der Nutzer Männer sind, nur ein Drittel Frauen. Im Vergleich zu Radfahrenden haben E-Scooter-Nutzende ein etwas höheres Bildungsniveau und sind etwas häufiger im Besitz eines Kfz-Führerscheins. Scooter-Nutzer sind in der Altersklasse 35-49 Jahre überdurchschnittlich stark vertreten, über 50-Jährige nutzen lieber das Fahrrad. Die durchschnittliche Fahrstrecke mit dem Scooter beträgt in Frankreich 2,0km (Fahrrad: 3,3km). 50% aller Scooter-Fahrten sind kürzer als 10 Minuten. Dafür ist die Helmtragequote mit 56% (Barcelona) recht hoch. Hier finden Sie weitere Vorträge zur Situation in Barcelona und Frankreich.

Quelle: Edvin Johansson

Unfallforschung:

VSF-Händler unterstützen Unfallforschung

Immer wieder wird in den Medien das vermeintliche Risiko bei Pedelecs zum Thema gemacht. Dabei gibt es über die spezifischen Risiken des Pedelec-Fahrens gar keine belastbaren Daten. Steigende Unfallzahlen mit Pedelecs können angesichts eines wachsenden Pedelec-Anteils nicht wirklich verwundern. Daher hat die Unfallforschung beim Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GdV) mit VSF-Fachhändlern ein gemeinsames Projekt gestartet, bei dem verunfallte Pedelec-Nutzer, die ihr Rad im Fahrradgeschäft zur Reparatur bringen, schriftlich und anonym zu den Unfallursachen befragt werden. Wie der Leiter der GdV Siegfried Brockmann betonte, liege es im Interesse aller Beteiligten, dem Unfallgeschehen von Pedelecs auf den Grund zu gehen: „Wir wollen dass das Pedelec auch im politischen Raum positiv besetzt ist und bleibt“, so Brockmann. Das Problem sei einerseits, dass viele Stürze oder Unfälle der Polizei gar nicht gemeldet werden, so dass es in den polizeilichen Daten eine hohe Dunkelziffer gibt. Andererseits habe die polizeiliche Unfallanzeige auch nur begrenzte Aussagekraft. Durch die Befragung werden also reale Geschehnisse erfasst, die sonst evtl. gar nicht aktenkundig würden, z.B. die recht häufigen Alleinunfälle. Nach Saisonende soll mit der Auswertung begonnen werden.

Quelle: GDV

Copenhagenize Index / Radentscheid München

Zwei Watschn für Münchens Radverkehrspolitik

München hat derzeit einiges zu verkraften: innerhalb einer Woche büßte die bayerische Landeshauptstadt ihren offiziellen Platz in der Top 20 der fahrradfreundlichsten Städte der Welt ein und musste vom Radentscheid München 160.000 Unterschriften von unzufriedenen Radler*innen entgegennehmen. Nach einer überragenden Beteiligung kann sich der Radentscheid nun das erfolgreichste Bürgerbegehren in Münchens Stadtgeschichte nennen. Bundesweit ist es bereits die 14. Initiative, die die Kommunalpolitik (und seit dem Aufbruch Fahrrad auch die Landespolitik) mit basisdemokratischen Mitteln zu einem Umlenken der Radverkehrspolitik verpflichten will. Der Verein Changing Cities e.V., der über seinen Vorgängerverein den ersten Volksentscheid Fahrrad in Berlin und das anschließende erste Mobilitätsgesetz verbuchen kann, berät und unterstützt die verschiedenen Initiativen, die je nach Bundesland unterschiedliche Bezeichnungen und auch unterschiedliche Konsequenzen hinsichtlich der politischen Verbindlichkeit haben. Eines eint alle Radentscheide: die Forderung nach einer substanziellen Neuausrichtung der autofokussierten Verkehrspolitik. In München zeichnet sich bereits die Schwerpunktsetzung des Themas Radverkehr im kommenden Wahlkampf um den Posten des Oberbürgermeisters ab. Die bisherigen Kandidatinnen (Grüne, CSU) profilieren sich beide als passionierte Radfahrerinnen.

Quelle: Radenentscheid München

Leasing

Steigende Bedeutung des Leasing-Sektors

Das Leasing von hochwertigen Fahrrädern und Pedelecs kann innerhalb der Fahrradbranche auf eine weiter wachsende Bedeutung verweisen. Wie das Branchenblatt SAZ-Bike in seiner letzten Ausgabe berichtete, werden mittlerweile 10% des Fahrrad- und E-Bike-Umsatzes über Leasing erwirtschaftet. Zur positiven Entwicklung beigetragen haben dabei die Aktivitäten einiger Leasingunternehmen sowie der Branchenverbände, die sich dafür eingesetzt haben, die sogenannte 0,5%-Regel auch auf Fahrräder und Pedelecs zu beziehen. Durch diese Regel gibt es eine Gleichbehandlung zur steuerlichen Förderung von E-Autos.
Durch die anhaltende Popularität ist eine weitere Umsatzssteigerung im Bereich Leasing ebenso zu erwarten wie eine zunehmende Anzahl von Firmen, die sich in diesem Segment ansiedeln werden. Im Gegensatz zur “klassischen Fahrradbranche” sind das hier auch Versicherer und Banken.
Quelle: El Salanzo
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